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Donnerstag, 14. Juni 2012

Triadenkonstruktion

Mein Unwort für heute ist "Triadenkonstruktion".

Eine Triade entsteht, wenn sich ein Mensch an die Meinung eines Dritten anschließt oder einen Dritten zur Verstärkung hinzuzieht, um damit gemeinsam gegen einen anderen vorzugehen. Der Vorgang, wenn ein Dritter zu einer Zweierbeziehung dazukommt, heißt in der Psychologie "Triangulierung".

Die Triade kommt eigentlich aus der Familientherapie, wenn Eltern gemeinsam gegen das "böse" Kind vorgehen, um die eigenen Konflikte zu verdrängen. Oder der Vater versucht den Sohn auf seine Seite zu ziehen, um gegen seine verhasste Ex-Frau (die Mutter) vorzugehen. Dabei muss nicht unbedingt der Schwächere attackiert werden, es kann auch sein, dass sich jemand auf die Seite des empfunden Schwächeren schlägt, um diesem beizustehen. Insofern ist die Triade zunächst einmal ein mehr oder weniger typisches, zwischenmenschliches Verhalten.

Als "Triadenkonstruktion" hingehen würde ich das bezeichnen, was  einige charaktergestörte Menschen bewusst und aktiv machen, um zwei Dinge zu erreichen (manchmal gleichzeitig):
  • Der, dessen Meinung man bestärkt, fühlt sich einem verpflichtet. Ganz besonders gut für Hurenböcke, unsichere Frauen tun oft alles für Aufmerksamkeit.
  • Wenn man zu zweit auf einem Opfer herumhackt, kann sich dieses noch viel schlechter wehren. Das stärkt das Selbstbewusstsein der Täter auf Kosten des Opfers natürlich noch (Gruppendynamik).
Typischer Satz eines Triadenbauers: "wir müssen doch zusammenhalten". In diesem Fällen ist die Triade dann eine sehr nervige Manipulationstaktik; vor allem weil die meisten gar nicht merken, dass sie nur benutzt werden.

Diese Form der Triangulierung zur Manipulation findet man ziemlich häufig. So gibt es einige "Bagger-Handbücher", in denen man den Rat bekommt, immer nur auf Frau-Freundin-Pärchen zuzugehen. Man baggert die Freundin der eigentlichen Zielperson an, und nutzt dann die Eifersucht und Stutenbissigkeit aus, um das Ziel herumzukriegen.

Ein anderes Beispiel aus der Sprüchereportoire eines alternden Schwerenöters:

Sie: Ich habe immer solche Rückenschmerzen
Er: Kümmert sich Dein Freund nicht gescheit um Dich?
  (Subtext: Komm doch stattdessen zu mir)

Über eine andere Version habe ich schon geschrieben: Wenn man sich "nur" der Meinung eines anderen anschließt, kann man sich gekonnt aus dem Schußfeld wieseln, wenn die Attacke nach hinten losgeht.



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